Damals …

100 Jahre Dorfschmiede

100 Jahre sind vergangen, wo Johann-Friedrich
auf den Tag in 1897 gemacht den ersten
Hammerschlag.

In Müh` und Schweiß und Fleiß und Arbeit
hat er nie an sich selbst gedacht,
für andere Menschen und Familie hat er
sich meistens stark gemacht.

Als Ehemann und guter Vater,
als Christ und Meister hier am Ort,
war es sein Wunsch an seine Söhne:
Das Schmiedehandwerk lebe fort!

Fritz und Willi waren die beiden,
die`s Schmiedehandwerk haben erlernt
und von alten Traditionen niemals
haben sich entfernt.

Opa Fritz ward Schmiedemeister
und Onkel Willi, das war nett,
reparierte Fahrrad und Motorrad
und auch so manches KFZ.

Dann kam der Krieg, und Opa musste
nach Frankreich in Gefangenschaft.
Das war sehr hart für die Familie,
doch Gott gab ihnen zum Leben Kraft.

Im Jahre 1948, es war im Monat Februar,
kam er des Abends heim nach Hause.
Alle freuten sich, er war wieder da.

Und ganz genau dann ein Jahr später
waren alle außer Rand und Band,
wie er dann noch mit 40 Jahren
die Meisterprüfung gut bestand!

Das Meisterstück kann man noch sehen:
Den Ackerwagen vor der Tür;
geschmückt haben wir ihn heut` mit
Blumen, unserm Opa auch zur Ehr`.

Im Dezember ´59, da kam Vater Klaus
in´ Ort. Da freuten sich die Oetinghauser:
Das Schmiedehandwerk lebe fort!
Er wurde ´69 Meister,
drei Söhne zeugte er dazu.
Er war stets Vorbild: Immer fleißig,
niemals gönnte er sich Ruh´.

Man wählte ihn zum Obermeister
in ´74 noch dazu,
er leitete die Feuerwehr
als Ratsherr in der CDU.

1975, das war für uns kein gutes Jahr,
starb im September unser Opa
nun war er leider nicht mehr da.

Doch dann bauten wir die Halle,
die ´79 wurd´ geweiht,
wir freuten uns darüber alle,
der Wandel kam so mit der Zeit.

Wir bauten Treppen, Tore, Gitter
an vielen Tagen die da heiß,
auch war so manche Arbeiter bitter,
wenn von den Stirnen lief der Schweiß.

In ´89 wurde Meister
Bruder Axel hier am Ort,
und wieder konnten alle sagen:
Das Schmiedehandwerk lebe fort!

Im Januar in ´92, da starb ganz
plötzlich Vater Klaus,
es wurde stiller in der Schmiede,
es wurde stiller auch im Haus.

Geht voran mit Gottvertrauen
ihr Kinder und ihr Schmiedeleut`.
Das war stets unseres Vaters Reden,
und das beherzigen wir noch heut.

Ich hab´ nun diese 100 Jahre
einmal noch Revue passiert
und blick vertraulich in die Zukunft,
auf dass es immer weiter geht.
Vergessen will ich auch nicht Marcus,
mein Bruder, der auch Meister ist,
und auch Corinna, Nils und Anja,
die mancher heute nicht vergisst.

Auch Tante Mila, Magdalene, Klaus-
Hermann, Mariele und Onkel,
herzlich willkommen hier im Haus!
Seid froh und feiert alle mit.

So kann es sein, dass unser Kleinster,
der Nils, mal Meister wird am Ort,
und alle Oetinghauser sagen:
Das Schmiedehandwerk lebe fort!

Oetinghausen, 17.06.1997
Daniel Söhnchen

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